Strand Geflüster – Kurzgeschichte

 

„Beeil dich mal“, genervt läuft er im Wohnzimmer des kleinen Urlaubs Appartements auf und ab. „Ich bin doch gleich fertig, verdammt“, die Ungeduld ihres Freundes bringt Valerie noch zur Weißglut. Schnell schiebt sie die letzte Haarnadel in die aufwendige Hochsteckfrisur und verlässt das Bad. Jedem andere Mann würde bei ihrem Anblick die Kinnlade runterfallen, aber ihm nicht. Unbeeindruckt von ihrem kurzen, weißen Leinenkleid, das ihre langen braunen Beine umschmiegt, geht er zur Tür raus. – Warum hat sie sich das nur angetan?! Dieser Kerl kann einem selbst den Urlaub versauen, aber nicht ihr, nicht heute! Mit einem übertriebenen Lächeln stolziert sie ihm hinter her, um sich in das Getümmel der vielen, gut gelaunten Urlauber zu stürzen. Es ist das erste mal seitdem sie hier sind, dass sie gemeinsam ausgehen können, den Rest der Zeit müssen sie für ihre kleine Tochter aufbringen, die heute Gott sei Dank in den guten Händen eines Babysitters ist. Trotz des schönen Wetters, dem Rauschen des Meeres und dem wunderbaren Gefühl einmal nicht nur Eltern zu sein, hält sich Matts Freude sichtlich in Grenzen. Mit hängenden Schultern und einem gelangweilten Gesichtsausdruck stapft er hinter ihr her. Ein Fremder würde wohl gar nicht merken dass sie ein Paar sind, die Anspannung zwischen ihnen ist nicht zu übersehn und förmlich greifbar.

„Sieh doch mal, da spielt eine Band“, strahlend hackt sie sich bei ihm ein und geht geradewegs in die, großteils mit Bambus dekorierte Strand Bar. Sie weiß dass diese Mainstream Coverband seine miese Laune nicht besser macht, aber heute ist ihr Abend und den will sie genießen, auch ohne ihn. Elegant setzt sie sich auf einen der wenigen Rattanstühle die noch frei sind, während Matt sich an den vielen feierwütigen Menschen vorbei drängt um zwei Cocktails für sie zu holen. Alkohol ist wohl das einzige was ihn in Stimmung bringt den schon nach dem ersten Glas lehnt er breit grinsend an einem Tisch und beobachtet sie beim tanzen. Valerie konnte nicht mehr länger still rum sitzen und wagte sich schließlich in die Mitte der Tanzfläche. Sie liebt es sich von der Musik beflügeln zu lassen, alles um sich herum zu vergessen, das Gefühl zu haben im Mittelpunkt zu stehen.

„Bleib doch mal kurz stehen“, Matt zieht sie unsanft von der Tanzfläche, „Babe, ich will nach Hause, ich fühl mich nicht besonders gut.“ Trotz seinem berühmten Dackelblick steigt eine irrsinnige Wut in ihr hoch. –Das kann er doch nicht machen! Sie sind doch noch nicht einmal eine Stunde hier!  „Wenn du unbedingt gehen musst, dann gehe alleine Nach Hause, ich lass mir doch nicht schon wieder den Abend von dir versauen!“, mit zusammen gekniffenen Augen funkelt sie ihn an. Das ist zu viel! Mit einem lauten Knall stellt er das halbvolle Glas auf dem Tisch neben ihm ab und stampft davon. Wutentbrannt über den peinlichen Auftritt ihres Freundes bahnt sie sich einen Weg zur Bar um sich einen weiteren Cocktail zu holen. Nachdem ersten Schluck geht es ihr gleich wieder besser, entschlossen diesen Abend auch ohne ihn zu genießen geht sie auf die Tanzfläche zurück.

Der Saum ihres Kleides schwingt um ihre Knie während sie sich von der Musik treiben lässt, ihre Hüften schwingt, die Arme über den Kopf ausstreckt und die Augen schließt. Als sie ihre Augen wieder öffnet blickt sie direkt in die wunderschönen Augen des Gitarristen der Band, ihre Blicke treffen sich, es ist als würde die Zeit stehen bleiben. Fasziniert von diesem Moment hängt sie an seinen Lippen die den Songtext eines Popsongs formen. Seine Haare sind dunkel, fast schwarz und etwas länger als die von Matt. Unter seinem bunten T – Shirt zeichnen sich die Konturen seines gut gebauten Oberkörpers ab, seine Arme sind mit bunten, schrillen Tattoos verziert, selbst seine Handrücken. – Gott das macht diesen Kerl so unglaublich sexy. Tausend fragen schwirren in ihrem Kopf umher. Spricht er Deutsch? Oder etwa nur italienisch? Sie ist sich sicher dass er Südländer ist, sein Teint ist zu dunkel um Deutscher zu sein. In ihre Gedanken vertieft bemerkt sie gar nicht dass keine Musik mehr spielt, geistesabwesend geht sie von der Tanzfläche runter, zu einem der Tische die am Strand stehen und zündet sich eine Zigarette an. Mit Schwung setzt sie sich auf die glatte Oberfläche und bläst genüsslich den Rauch in die warme Luft.

„Du hast wundervoll getanzt“, tönt da plötzlich eine raue Stimme an ihr Ohr. –Er steht hinter ihr. Ohne dass sie sich auch erst umdrehen muss ist sie sich sicher das, der unglaublich gut aussehende Musiker von vorhin hinter ihr steht.

Grinsend setzt er sich neben sie und drückt ihr einen Drink in die Hand.

„Danke, du hast auch nicht schlecht gespielt“, ihre Augen blitzen ihn frech an als sie ihm zu prostet. „Wie heißt du?“, scharf saugt er den Rauch seiner Zigarette in sich auf. Verblüfft über die direkte Frage sieht sie ihn an, „Valerie.“  Seinen Namen hat sie bereits auf seiner Gitarre gelesen „Fabrizio“, dieser Name klingt wie ein Gebet in ihrem Kopf. „Freut mich, meinen Namen hast du wohl schon gelesen“, kokett lehnt er sich zurück und stützt sich auf seinem linken Arm ab. Es dauert nicht lange bis seine Bandkollegen sie entdecken und zu ihnen kommen. Sie lachen, unterhalten sich, diskutieren und kippen einen Drink nach dem anderen. Valerie fühlt sich als würde sie diese ganzen Leute schon ewig kennen, es ist fast so als würde sie dazu gehören. „Wir wollen noch auf eine Party gehen, kommst du mit?“, kokett richtet er sich wieder auf und streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

Valerie verschlägt es fast die Sprache vor Glücksseeligkeit, es ist nun schon eine Weile her das sie richtig feiern war. Eifrig nickt sie ihm zu. „Klar, gerne“, vorsichtig streicht sie ihren Rock zu recht der mittlerweile ein wenig verknittert aussieht und folgt den anderen vor die Bar wo sie auf das bestellte Taxi warten.

So als würde er schon zu ihr gehören, lässt er sich neben sie auf den Rücksitz sinken. Erst jetzt, wo er so nahe an ihrem Gesicht ist bemerkt sie das er noch schöner ist, als sie vorhin an dem leicht beleuchteten Strand schon erahnte. Sie mustert jeden Zentimeter von ihm genau, während er seinem Bandkollegen den Weg zu der bevorstehenden Strandparty genauer erklärt. Seine Augenbrauen sind passend zu seinen dunklen, nach hinten gekämmten Haaren, dunkelbraun und rund geformt. Seine Wimpern sind dicht und lang und verdecken die kleinen Fältchen die seine Braun – grünen Augen umspielen wenn er lächelt. Ein leichter, dunkler Schatten auf seinen Wangen  lässt einen starken Bartwuchs erahnen. Seine Hand auf ihrem Oberschenkel reißt sie aus ihren Gedanken. Ohne auch nur ein Wort zu sagen und als wäre es selbstverständlich, lässt er seine Finger unter ihren Rock wandern, streift über das seidene Höschen, raubt ihr den Atem. Als sie zögernd ihre Beine öffnet um ihm den Weg in ihren String zu erleichtern, huscht ihm ein freches, jungenhaftes Lächeln über die Lippen. Die laute Musik die aus dem Radio kommt, übertönt ihr leises Stöhnen.

-Himmel noch mal! Hätte er sich den Spaß nicht für später aufheben können? In demselben Moment wo ihr diese Frage in den Sinn kommt, hört er abrupt mit seiner süßen Liebkosung auf. „Wir sind da, Sonnenschein“, mit geschickten Fingern zieht er ihren Slip wieder an die richtige Stelle zurück und haucht ihr einen sanften Kuss unters Ohrläppchen.  Ein wunderbares prickelndes Gefühl steigt in ihr hoch. Um nicht weiter daran denken zu müssen steigt sie aus dem Wagen und folgt den anderen durch die kleine Bar, an den dazugehörigen Strand auf dem sich über fünfzig Leute tummeln. Die Grenzen der Fläche werden durch brennende Fackeln in Szene gesetzt und ein Teil des sandigen Bodens ist mit schwarzen Dielen bedeckt. Noch bevor sie sich versieht steht Fabrizio auch schon vor ihr und drückt ihr einen Drink in die Hand.  Ihre Blicke treffen sich und da ist er wieder, dieser eine Moment, in dem es scheint als würde die Welt stehen bleiben. Alles scheint weit weg von ihnen zu sein, der Bass der aus den Boxen dringt, das Rauschen des Meeres, das Getümmel der feierwütigen Menschen um sie herum, alles verstummt, da sind nur sie beide und ihre Blicke die sich vereinen. Nach einer halben Ewigkeit nimmt er sie bei der Hand und zieht sie sanft hinter sich her, durch die Menschenmenge, weg von dem Lärm, weg von seinen Bandkollegen, hin zu den vielen Strandliegen die den sandigen Boden bedecken. Flink eilen sie durch die schmalen Wege zwischen den Sonnenschirmen, die Musik der Party ist kaum mehr zu hören, hier sind sie wohl ungestört. Ohne Valerie auch nur einmal aus den Augen zu lassen stellt er den weißen Plastikbecher neben sich ab und zieht sie gleichzeitig auf die gestreifte Sonnenliege. Seine Hände wandern wieder zu ihrem seidenen Höschen hoch um es ihr auszuziehen, mit einem frechen Grinsen lässt er es in seiner Hosentasche verschwinden. Für einen Moment bleibt sein Blick an ihrer entblößten Vulva hängen, er genießt den feuchten Anblick. Schnell umfasst er ihr Hinterteil und zieht sie noch näher an sich heran um kurz darauf sein Zunge über ihren Kitzler streifen zu lassen. Ein lustvoller Seufzer entweicht ihrer Kehle, den kühlen Nachtwind in den Haaren legt sie den Kopf in den Nacken und gibt sich der köstlichen Liebkosung hin, lässt sich gehen. Sie klammert sich mit einer Hand an  dem kalten Metallrahmen der Liege fest als ein Strom der Lust sie überflutet, sie spreizt die Beine, streckt sich ihm entgegen und umfasst mit ihrer anderen Hand ihre festen Brüste die aus dem tiefen Ausschnitt ihres Kleides ragen. Abrupt hebt er sie hoch, drückt sie an sich, küsst sie innig und geht mit ihr zu einem der runden Tische die auf der Terrasse eines unbeleuchteten Strandclubs stehen, und legt sie rücklings auf die glatte Oberfläche. –Ahh. Ihr lustvolles Stöhnen bringt sein bereits heißes Blut zum Kochen. Er öffnet den Knopf seiner schwarzen Hose und zieht sie bis zu den Kniekehlen hinunter, während er seinen hungrigen Blick über ihren göttlichen Körper schweifen lässt. Wieder verliert sie sich in seinen braunen Augen und genau in dem Moment, wo sie in ihnen zu versinken droht, dringt er in sie ein, hart und tief. Ihre Hände umfassen den Rand der kühlen Tischplatte während er sich immer tiefer in sie bohrt. Seine Stöße sind erbarmungslos schnell und füllen sie bis zum Anschlag aus. Seine kehlige Stimme hallt in ihren Ohren und vermischt sich mit dem Rauschen des Meeres während sie wieder ihre Brüste umfasst die er gierig mit seinen Lippen umschließt, er leckt ihre dunklen, harten Brustwarzen, umspielt sie mit seiner heißen Zunge. Dieses unglaubliche Zusammenspiel seiner Zunge und seinen harten Stößen treiben sie in eine andere Welt. Mit einem lauten Stöhnen lässt sie sich fallen, fallen in den Fluss von Leidenschaft, Lust und Erotik, der schließlich auch ihn mitreißt. Ein leises Stöhnen, ein harter, tiefer Stoß und er ergießt sich in sie. Vorsichtig zieht er sich aus ihr zurück und lässt seine Männlichkeit zurück in seine Short verschwinden.  Nach ein paar Minuten ist auch Valerie wieder angezogen, das heißt fast angezogen, ihren Slip hat sie immer noch nicht zurück bekommen. Doch dank des vielen Alkohols scheint ihr das mehr oder weniger egal zu sein. Mit einem frechen und gleichzeitig zufriedenen Lächeln im Gesicht nimmt er wieder ihre Hand in seine und sie gehen auf die Party  zurück die mittlerweile ihren Höhepunkt erreicht hatte.

Ein Blick sagt wohl mehr als tausend Worte. Den Rest des Abends verbringen sie gemeinsam mit seinen Freunden und Bandkollegen, die so wie es scheint nicht einmal bemerkt haben dass sie verschwunden waren.

Saraphina K.

Advertisements

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s