The Fire inside geht weiter ;)

fire inside

Der nächste Morgen war ein Grauen für mich, obwohl ich es eigentlich gewöhnt war noch bevor die Sonne durchs Fenster linste das Bett meines One Night Gottes zu verlassen, blinzelte ich erst am späten Vormittag hinter der fremden Bettdecke hervor und hatte auch gleich wieder das Bedürfnis den neuen Tag so zu beginnen wie der letzte endete, mit leidenschaftlichem, unerbittlichem Sex. Es war wie ein Schlag ins Gesicht als ich mich zur Seite wälzte und ich anstatt Tom, den ich am liebsten so gleich nach Strich und Faden verführt hätte, einen kleinen Briefumschlag neben mir auffand. Die leichte Decke um meine Brust gerafft setzte ich mich auf und nahm das Blatt Pergament aus dem  Umschlag. Ich konnte es kaum fassen, dieser Kerl versuchte mich mit meinen eigenen Waffen zu schlagen. In geschwungener Schrift bedankte er sich für den netten Abend und wies höflicher Weise noch darauf hin dass er mir in der Küche eine Kopfschmerztablette bereitgelegt hatte.

Zum ersten Mal wurde mir klar, wie sich meine früheren Lover alle gefühlt hatten als ich sie einfach eiskalt abserviert hatte. Mit einer geballten Ladung Wut im Bauch zerknüllte ich das Stück Papier in meiner Hand und warf das Knäuel auf den Boden, bevor ich mich aufmachte um meine Klamotten ein zu sammeln. Die kühle Morgenbriese die mir durch die Haare wehte, als ich mir vor dem luxuriösen Appartement, in dem ich die letzte Nacht verbrachte, ein Taxi bestellte, weckte mich endgültig und lies mich sofort an Amelie denken von der ich seit der Party nichts mehr gehört hatte. Während ich mich durch den Londoner Straßenverkehr chauffieren lies tippte ich schnell eine Nachricht für sie in mein Smartphone und bat sie, sich bei mir zu melden. Ich wusste dass ihr Anruf nicht lange auf sich warten lassen würde, da sie solche Aufforderungen von mir nicht gewöhnt war und sie gleich das Schlimmste erwarten würde. Wie so oft hatte ich recht, denn kaum hatte ich meine Schlüssel auf der kleinen Kommode in meinem Vorzimmer abgelegt und meine Füße von den viel zu überteuerten High Heels befreit, fing das Handy in meiner Clatch auch schon an zu summen.

„Amelie, endlich rufst du an!“, erleichtert ihre Stimme zu hören, schlenderte ich, das Handy an meinem Ohr, ins Wohnzimmer und lies mich auf die weiß, gepolsterte Couch sinken.

Sie musste wohl den mit Wut und gleichzeitiger Frustration angehauchten Unterton in meiner Stimme bemerkt haben,  da sie sofort wissen wollte was passiert war. „Nichts besonderes, außer das ich heute das erste Mal eiskalt abserviert wurde“, meine Stimme klang kühl im Gegensatz zu dem Zorn der, bei dem Gedanken an heute Morgen, noch immer in mir brodelte. Diese Neuigkeit hat wohl selbst Amelie, die sonst nichts erschüttern konnte, die Sprache verschlagen.

Es dauerte ein paar Sekunden bis ihre Stimme wieder an mein Ohr drang: „ Ich bin gleich bei dir Süße, dann musst du mir alles über diesen Mistkerl erzählen!“  Bevor sie das Gespräch beendete, hörte ich wie sie leise kicherte, womöglich hat sie die Nacht, genauso wie ich, nicht zu Hause verbracht. Ich ging noch schnell unter die Dusche um mir den früher Ärger von der Seele zu waschen und schlüpfte in ein paar frische Klamotten, bevor ich die Türe, im Erdgeschoss auch schon ins Schloss fallen hörte.

Ich musste Schmunzeln als ich die Treppe runter ging und Amelie in meinem Wohnzimmer stehen sah. Ihre Wangen waren rosig und die sonst perfekt gestylten Haare, waren etwas zerzaust. Mir war sofort klar, dass sie flachgelegt wurde.

„Na, kannst du den überhaupt noch laufen, meine Liebe?“, grinsend drückte ich ihr zur Begrüßung zwei Küsse auf die immer noch roten Wangen.

„Woher willst du wissen dass ich, wie du, die letzte Nacht mit Sex verbracht habe?“, mit gespielter Arroganz stolzierte sie in die Küche und machte uns zwei Tassen Kaffee. Trotz dem Versuch einen ernsten Gesichtsausdruck zu bewahren, konnte sie sich ein verräterisches Grinsen, nicht verkneifen.

Ich nahm die belebende, heiße Brühe dankend an und setzte mich auf einen der hellen Bar Hocker, die vor der, aus Glas angefertigten, Küchentheke, standen.

„Du bist eben leicht durchschaubar, könnte aber auch daran liegen dass ich dich schon ewig kenne“, konterte ich kokett und nippte vorsichtig an dem Kaffee.

Amelie setzte sich neben mich und lenkte das Thema schließlich auf meine Nacht mit Tom. Ich erzählte ihr wie er mich vor dem Club gegen die kalte, nasse Steinmauer gedrückt hatte und wir danach bei ihm zu Hause gelandet waren, wo er mich bis an die Grenzen meines Verstandes vögelte. Sie hörte mir aufmerksam zu und nahm immer wieder einen Schluck aus dem dunklen Keramik Becher in ihrer Hand.

„Das klingt doch alles fantastisch, wo bleibt nun die Stelle wo er dich abserviert hat?“.

Ich hatte eigentlich gehofft diesen Teil der Geschichte weglassen zu können, aber da Amelie offensichtlich darauf bestand jedes kleinste Detail zu erfahren, erzählte ich ihr auch von dem Briefumschlag und dem grässlichen Gefühl das sich in mir ausbreitete als ich die Zeilen darin las. Als ich endlich mit meiner Geschichte fertig war, sah Amelie mich mit großen Augen an und ich wusste auch warum.

„Lucia, was ist nur los mit dir?“, fassungslos schüttelte sie den Kopf  und stellte die mittlerweile leere Tasse auf der Theke ab, bevor sie mich eindringlich musterte und weiter sprach.

„Du stehst doch sonst nicht auf Sex am Morgen und schon gar nicht mit dem gleichen Kerl mit dem du die Nacht verbracht hast!“

Ich beruhigte sie und schob meine bevorstehende Menstruation als Grund für mein emotionales Chaos vor, obwohl ich genau wusste das ich nicht eine der Frauen war die ihren Hormonhaushalt nicht im Griff hatten wenn sich ihre Erdbeertage ankündigten. Ich merkte schnell dass das Gespräch mit Amelie, über meine Empörung dieses kleinen Zettels, nichts besser machen würde, daher drehte ich den Spies um und löcherte sie mit Fragen über ihr kleines Abenteuer. Ich war hin und weg als ich erfuhr dass sie die letzte Nacht bei Mark verbracht hatte, der wie sich herausstellte der attraktive Blondschopf war, der uns am Vorabend, vorbei an der langen Warteschlange, in den Club führte und sich danach noch eine halbe Ewigkeit mit Amelie unterhalten hatte.  Ich war eigentlich fest davon überzeugt dass sie sich mit Thomas Freund, Sven vergnügt hatte und war sichtlich verwirrt als sie schließlich wie ein pubertierender Teenager von der letzten Nacht schwärmte.

Sie schlug ihre langen Beine übereinander und beendete den Satz schließlich: „Wenn du mir keine Nachricht geschrieben hättest, würde ich mich jetzt vermutlich das dritte mal an diesem Morgen von ihm vögeln lassen.“

Bei diesen Worten, verschlug es mir die Sprache und ich hatte mich fast an dem letzten Rest Kaffee in meinem Becher, verschluckt. Vor mich hin hustend, stand ich auf, nahm ihre Tasse in die Hand und ging um die helle Kücheninsel herum, zur Spüle wo ich das Geschirr abstellte. Ich nahm mir vor meine Verwunderung über ihr Verhalten nicht weiter an zu sprechen und somit unterhielten wir uns noch eine Weile über unsere Pläne für die bevorstehende Woche und verabredeten uns anschließend noch zum Mittagessen für Montag.

Zwei Stunden später, saß ich auch schon wieder alleine in meiner Küche und blätterte durch ein paar Zeitschriften, um mich von den Geschehnissen der letzten paar Stunden abzulenken.

Der Tag verging wie im Flug, ich erledigte noch einige wichtige Anrufe, unter anderem den üblichen Sonntag Nachmittags Anruf an meine Mum, kümmerte mich um die schmutzige Wäsche die bereits ein paar Tage darauf wartete in meiner Waschmaschine zu landen und schlief schließlich abends, eingewickelt in eine Decke auf meinem Sofa ein. Wie fast jeden Montag, Morgen war ich schon vor dem schrillen Klingeln meines Weckers wach und war bereits geduscht als ich ins Schlafzimmer ging um dem Weckruf ein Ende zu setzen.

Gähnend öffnete ich meinen Kleiderschrank um mich für die Arbeit im Büro  an zu ziehen. Die Entscheidung über das passende Outfit fiel schließlich auf eine schwarze Leinenhose und eine rote Bluse von Chanel, die meinen hellen Teint wunderbar unterstrich. Im Flur schlüpfte ich noch in ein paar rote Pumps und machte mich ein paar Minuten später, eingehüllt in meinen roten Trenchcoat und der dazupassenden Tasche auf den Weg ins Büro. Unterwegs kam mir der Gedanke an Nathan wieder in den Sinn, obwohl ich am Wochenende kaum eine Sekunde mit dem Gedanken ihn verschwendet hatte.

Während ich mich durch das hektische Treiben der Menschen drängte um schneller voran zu kommen, malte ich mir bereits aus wie es wäre ihn wieder zu sehen. Die Vorstellung mich ein weiteres Mal mit Nathan zu treffen, lies mich den Frust über die Abfuhr von Tom schnell vergessen und so ging ich, nachdem mich der Aufzug in das richtige Stockwerke beförderte, gut gelaunt, vorbei an den anderen Mitarbeitern, in mein Büro um meine Aufmerksamkeit den neuen Aufgaben zu widmen, die sich bereits auf meinem Schreibtisch stapelten.

Die Zeit bis zur Mittagspause verging schleppend langsam. Ich sortierte das ein oder andere Dokument neu ein, druckte neue Verträge für die Models aus, die für die Zeitschrift abgelichtet werden würden und hielt einen kurzen Smalltalk mit Steward, der für die neuesten Outfits, zuständig war. Ich schlüpfte gerade in meinen Mantel, um mich auf dem Weg zu Amelie zu machen, als Jeannie, unsre Empfangsdame, mit einem Blumenstrauß zur Tür rein kam.

„Hey Lucia, der hier wurde gerade für dich abgegeben. Ich habe dir auch gleich eine Vase mitgebracht“, ohne meinen überraschten Gesichtsausdruck zu beachten, stellte sie den Strauß weißer Lilien auf meinem Schreibtisch ab und verließ, nachdem sie sich wieder verabschiedet hatte, wieder mein Büro.  Neugierig öffnete ich die kleine Karte, die zwischen den Blüten hervor ragte.

>> Sie haben meinen Freitag, Abend gerettet. Danke. N. <<

Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Auf dem Weg zur Arbeit hatte ich mir noch gewünscht ihn wieder zu sehen und jetzt schickte er mir tatsächlich einen Strauß Lilien direkt in mein Büro. Ich fragte mich wie er mich wohl wieder gefunden hatte, bis mir einfiel dass es nicht all zu schwer gewesen sein musste mein Büro zu finden, da er doch im selben Gebäude zu arbeiten schien. Voller Freude über die kleine Versüßung meines Tages, machte ich mich auf den Weg in das kleine italienische Restaurant in dem ich mit Amelie zum Essen verabredet war und grüßte, als ich durch das Drehkreuz der Lobby ging, selbst Jake, meinen Vorsitzenden, der ansonsten nur ein kleines Kopfnicken von mir zu sehen bekam, da ich seine schmierige Art und Weise mit Frauen um zu gehen, nicht besonders mochte.

Vor dem Treffpunkt angekommen, nahm ich noch einen letzten Zug von meiner Zigarette, bevor ich sie in die Pfütze vor mir fallen lies und durch die Tür des Lokals ging, wo mir auch gleich der Geruch von italienischen Gewürzen vermischt mit den Dämpfen von verkochtem Rotwein in die Nase stieg. Erstaunlicherweise saß Amelie, nicht wie erwartet, alleine an unserem Stammtisch. Stattdessen saßen noch Jason und Sam neben ihr, mit denen ich auch schon jahrelang befreundet war. Erfreut und doch überrascht, die beiden wieder zu sehen, lies ich mich auf den letzten freien Platz neben ihnen fallen und stellte meine schwarze Tasche neben mir ab. Ich spürte sofort dass irgendetwas nicht stimmte, da es vorhin noch aussah als wären die drei in ein Gespräch vertieft, das jedoch als ich mich zu ihnen gesellte, plötzlich verstummte.

Trotz meiner Zweifel begrüßte ich alle drei jeweils mit einem Kuss auf die Wange und einem Lächeln. „Na, das ist ja eine Überraschung euch zu sehen“, sagte ich den Blick auf Jason und Sam gerichtet, die wieder einmal aussah als hätte sie gerade eben noch im Kosmetiksalon gesessen. Anstatt einer netten Begrüßung erntete ich nur ernste Blicke, selbst von Amelie, die mich normal immer Freude strahlend in die Arme nahm, wenn wir uns sahen. Ich versuchte das eigenartige Verhalten meiner Freunde so gut es ging zu ignorieren und bestellte bei dem Kellner der gerade an unseren Tisch kam, eine Lasagne al forno und ein Glas Rotwein.

Als ich die Hoffnung, dass sich die Situation etwas auflockern würde, schon fast aufgegeben hatte, brach Amelie endlich das unangenehme Schweigen und sah mich mit funkelnden Augen an.

„Deine Nachtschicht am Freitag war wohl sehr amüsant, was?“, sieh sah mich weiterhin wütend an und wartete auf eine Antwort von mir.

Selbst Jason, der uns Mädels normalerweise immer zum Lachen brachte, wenn wir schlechte Laune hatten, zuckte nicht einmal mit einer Wimper.

Verwirrt blickte ich in die drei ernsten Gesichter vor mir, bevor ich sie fragte: „Was soll das heißen, meine Nachtschicht war amüsant?“, mittlerweile wurde ich auch wütend, da ich keine Ahnung hatte warum sie mich so anblaffte.

„Immerhin weiß jeder, außer wir, deine besten Freunde, dass du mit dem reichsten Junggesellen der Stadt im Bett warst!“, ihre Stimme erhöhte sich deutlich und sie starrte mir direkt in die Augen. Ich hatte jedoch immer noch keinen blassen Schimmer von was sie redete, geschweige denn auf was sie hinaus wollte. Meine Ahnungslosigkeit war mir wohl so deutlich ins Gesicht geschrieben, das ihre finstere Miene weicher wurde und auch Sam und Jason mich nicht mehr weiter anfunkelten sondern stattdessen ihr Essen verschlangen das so eben auf unseren Tisch gestellt wurde.

„Du hast echt keine Ahnung wovon ich spreche oder?“, fragte mich Amelie und nahm, scheinbar um sich zu beruhigen, einen Schluck von ihrem Wein. Mit dem ersten Stück meiner Lasagne im Mund schüttelte ich den Kopf.

„Süße, es ist in jedem Klatschblatt zu lesen dass du scheinbar die neue Geliebte von Nathan Burcks bist“, sie klang schon fast so als wäre sie besorgt um meinen Verstand gewesen, da ich sie  immer noch ansah als würde sie japanisch mit mir sprechen. Ich spülte den Bissen in meinem Mund mit einem Schluck Wein runter und setzte das Gespräch fort.

„Ich war mit einem Nathan was trinken ja, aber erstens haben wir nicht miteinander geschlafen und zweitens kann ich mich nicht daran erinnern, das er erwähnt hatte ein reicher Junggeselle zu sein,“  mir war immer noch unklar warum dies so eine aufregende Sache für die drei war und wartete auf eine Erklärung, die auch ich auch prompt bekam als Jason sein Besteck beiseite legte und das Wort ergriff.

„Lucia, Nathan Burcks ist so zu sagen dein Chef und bekannt dafür Frauen wie am Fliesband ab zu schleppen“, bei seinen Worten blieb mir fast das Essen im Hals stecken. Wenn das alles wahr war, war das eine Katastrophe, da konnte ich mir ja gleich das Wort „Büroschlampe“ auf die Stirn tätowieren lassen. Ich trank das halb volle Glas Rotwein auf einen Satz aus, bevor ich den drein erzählte wie das Zusammentreffen mit Nathan wirklich abgelaufen war, das einzige was ich nicht erwähnte waren mein Wunsch ihn wieder zu sehen den ich heute Morgen noch verspürte und die Blumen die er mir geschickt hatte, da ich das, nachdem ich nun wusste wer und vor allem wie er wirklich war, für unnötig hielt. Auch wenn ich mir meine Mittagspause anders vorgestellt hatte war ich doch froh, dass die drei mich aufgeklärt hatten. Es wäre viel schlimmer gewesen die Gerüchte über mich von anderen zu erfahren. Und so machte ich mich, nachdem wir uns voneinander verabschiedet hatten, wieder auf den Weg ins Büro, wo ich mir auch gleich noch ein paar der Klatschblätter kaufte um mich später selber von den Gerüchten zu überzeugen. Ganz anders als vorher, eilte ich nun, ohne ach nur jemanden meine Beachtung z schenken, in mein Büro und schmiss, bevor ich wieder aus meinen Trench Coat schlüpfte, die Zeitschriften die ich mitgenommen hatte, auf meinen Schreibtisch.

Ich besorgte mir noch einen Kaffee um die bösen Zungen der Klatschspalten leichter zu ertragen und wagte es dann endlich, mich durch das Gewirr von irrsinnigen Berichten zu blättern. Ich spürte wie mir ein kalter Schauer über den Rücken lief als ich tatsächlich ein Bild von Nathan und mir fand, es wurde gemacht als wir in der Bar saßen und uns unterhielten und es war natürlich genau einer der Momente wo Nathan sich zu mir rüber beugte und es den Anschein machte, als wollte er mich küssen. In der nächsten Zeitschrift musste ich gar nicht lange suchen um eine Schlagzeile über uns zu finden.

>> Nathan Burcks  hat eine neue Geliebte << 

Stand in Großbuchstaben als Titel der Seite und darunter war ein Bild auf dem er seinen Arm um meine Schulter legte. Sofort schoss mir die Situation in den Kopf als wir aus der Bar stolperten und er mich stützte. Den Text der darunter stand las ich erst gar nicht, da mir klar war dass es nichts als Lügen sein waren, die da über mich verbreitet wurden. Ich war stinksauer. Wie um alles in der Welt konnte er mir verheimlichen, dass er mein Chef war. Der, über den ich am Freitag noch so fluchte, weil ich wieder einmal Überstunden machen musste. Und Nathan hatte auch noch selber gelacht als ich mich über dieses Arschloch von Chef, maßlos aufgeregt hatte.  Mein Blick fiel auf die Blumen, die immer noch meinen Schreibtisch zierten, als ich auf einmal  das dringende Bedürfnis hatte mich persönlich dafür zu bedanken, immerhin wusste ich ja nun wo ich ihn finden würde. Nachdem ich den letzten Schluck Kaffee getrunken hatte gab ich Jeannie noch schnell Bescheid dass ich gleich wieder zurückkommen würde und schlüpfte noch schnell in den Aufzug der gerade dabei war seine Türen zu schließen. Auf dem Weg nach oben staute sich meine Wut noch mehr auf und ich konnte es kaum erwarten in Nathans Büro zu stürmen.

Eine dürre, viel zu stark geschminkte Blondine, die am Empfang saß, wollte mich gerade noch bitten zu warten, als ich auch schon durch die dunkle Glastür ging. Ich war überrascht über seinen Anblick, er sah ganz anders aus als ich ihn in Erinnerung hatte. Er trug einen grauen Anzug, dazu schwarze Lackschuhe und ein hell blaues Hemd mit Krawatte. Die Haare waren nicht wie am Freitag leicht zerzaust, sondern streng nach hinten gekämmt. Nathan beendete sofort das Telefonat in das er soeben vertieft war und strahlte mich mit seinen Himmels blauen Augen an. Ich schäumte nur so vor Wut und doch war ich verwundert über die Tatsache dass er keines Wegs überrascht war mich zu sehen.

„Lucia, schön dich zu sehen. Willst du dich etwa für die Blumen bedanken?“, wie letztens auf der Terrasse musterte er mich auch jetzt wieder von Kopf bis Fuß und ich fühlte mich als würde mir alleine sein Blick schon die Klamotten vom Leib reißen.

„Deine Blumen kannst du dir sonst wo hin stecken!“, donnerte ich ihm trotz seines göttlichem Anblicks, entgegen und stemmte die Hände in die Hüften. Ohne jegliche Reaktion zu zeigen starrte er mich weiterhin an.  „Wie lange wollten Sie dieses Spielchen mit mir spielen Mr. Burcks?“, ich konnte meine Wut nicht länger verbergen und sprühte nur so vor Zorn.

„Welches Spielchen, Lucia?“, fragte er mich ruhig.

„Du hast mit keinem Wort erwähnt dass du das Arschloch bist über das ich mich so geärgert habe! Ganz im Gegenteil du hast auch noch selber darüber gelacht und hast gemeint dass ich entzückend aussehe wenn ich mich über etwas aufrege, “ seine gelassene Art und Weise wie er mich die ganze Zeit ansah während ich ihm all meine Wut vor den Kopf knallte, beruhigte mich kein bisschen.  Ich erwähnte noch die Artikel die abgedruckt worden und das sich jetzt wohl die ganze Stadt das Maul über mich zerreisen würde, bis er lauthals zu lachen anfing. Noch nie in meinem Leben kam ich mir so dämlich vor als in diesem einen Moment, indem ich vor ihm stand um ihn zur Rede zu stellen und er nichts Besseres zu tun hatte als in seinem Büro Sessel zu sitzen und über mich zu lachen.

„Lucia, beruhige dich doch und lass uns noch einmal in Ruhe über die Sache reden“, er stand auf und ging um seinen Tisch herum, auf mich zu wo er mir in die Augen blickte. Mein Groll über den vielen Klatsch und Tratsch war mit einem Schlag verflogen, ich kam mir vor wie ein hilflosen kleines Mädchen, das nicht wusste was es sagen sollte.

„Ich lade dich heute nach der Arbeit zum Essen ein und ich verspreche dir es gibt keine Überstunden“, sein Blick war so sanft und rein wie seine Stimme. Ich nickte ohne ihm zu wieder sprechen und verließ letztendlich das geräumige Büro. Als ich kurze Zeit später jedoch wieder im Aufzug stand, hätte ich mich am liebsten selbst geohrfeigt. Ich war es nicht gewöhnt bei einem Streit den Kürzeren zu ziehen oder nach zu geben. Normalerweise war ich es, die sich durchsetzte und jetzt sah ich in ein paar blaue Augen und schon wurde ich weich wie Butter. Trotz dem Ärger auf mich selbst nahm ich mir vor die Einladung an zu nehmen und ging bis dahin so weit dies meine Konzentration zu lies, meiner Arbeit nach.

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