The Fire inside #3

fire inside

Ich war sichtlich nervös als sich mein Arbeitstag immer schneller dem Ende  zu neigte, ich räumte das erste Mal in meinem Leben den, mit Papierstapeln überfüllten, Schreibtisch auf, sortierte die Ordner im Regal nach Farben und hoffte das sich die Zeiger der Wanduhr langsamer drehen würden als sonst. Doch meine Hoffnung war umsonst. Als sich um sechs Uhr Abend immer noch keine Nachtschicht ankündigte, packte ich mein Handy in meine Tasche, schlüpfte in meinen Mantel und verließ das, modern eingerichtete und doch etwas zu kleine, Büro.

Als ich im Aufzug stand, zupfte ich vor der verspiegelten Wand noch schnell meine Haare zu recht und stand dann auch, kurze Zeit später, schon vor dem, in die Wolken ragende Gebäude, um auf Nathan zu warten. Ich fluchte in Gedanken über mich selbst, dass ich mir wieder eine Zigarette anzündete, da ich mir schon vor Jahren vorgenommen hatte, mit dem Rauchen auf zu hören und es bis heute noch nicht geschafft hatte, mich von den glühenden Suchtmittel zu befreien. Meine Hände waren von der Kälte, die an diesem Tag durch die Straßen kroch, schon halb taub als endlich ein schwarzer Sportwagen direkt vor meiner Nase parkte. Noch bevor sich die Tür des Autos öffnete, wusste ich, dass Nathan der Fahrer dieses, nur so von Männlichkeit strotzenden Gefährts war. Er stieg aus, ging um den Wagen herum und öffnete mir die Beifahrertür.

„Guten Abend, Mrs. Shearwell“, begrüßte er mich und strahlte mich an, bevor er, nachdem ich in dem mit Leder bezogenen Sitz, Platz nahm, die Wagentüre wieder schloss und sich selber ans Steuer setzte. Trotz der Tatsache dass ich immer noch wütend auf ihn war, musste ich mir eingestehen dass er verboten gut aussah.

Während er den Wagen geschickt in den Straßenverkehr lenkte, stellte ich fest dass er wohl schon zu Hause gewesen sein musste um seinen Anzug gegen ein rotes Polohemd und eine helle Jeans ein zu tauschen. Nur die dunkelblonden Haare waren genauso wie nachmittags auch schon, streng nach hinten gekämmt.

„Ich hoffe dein Magen knurrt schon genauso laut wie meiner“, grinsend blickte er kurz zu mir, bevor er sich wieder auf den wirren Verkehr vor uns konzentrierte und mit seinen Fingern, den Takt der Musik, die aus den Lautsprechern drang, auf dem Lenkrand mittippte.

„Ich freu mich auf das Essen, ja“, antwortete ich kühl und blickte zum Fenster raus, wo die vielen hektischen Menschen, die sich vor den Geschäften tummelten, an uns vorbei rauschten. Nathan hatte den schroffen Unterton in meiner Stimme wohl verstanden, denn sowohl er als auch ich redeten bis er den Wagen vor einem kleinen, sehr edel wirkenden, italienischen Restaurant parkte und mir wie zuvor die Türe öffnete, kein Wort miteinander.

Ein hübscher, junger Mann mit Sakko und Krawatte hieß uns herzlich willkommen und führte uns diskret an unserem Tisch, auf dem, neben zwei bereits brennenden Kerzen, eine Flasche Rotwein und zwei Gläser aufgedeckt waren.

„Lucia, es tut mir wirklich aufrichtig leid dass du durch andere erfahren musstest wer ich wirklich bin“, sein Blick war weich und erschwerte es mir umso mehr nicht dahin zu schmelzen.

Trotz der Tatsache, dass wir genau aus diesem Grund zum Essen verabredet waren, überraschte es mich doch sehr, dass er prompt auf dieses äußerst unangenehme Thema kam.

Nachdem ich noch eine Weile auf das schneeweiße Tischtuch vor mir blickte, sah ich Nathan schließlich doch wieder in die Augen und fragte ihn: „ Warum hast du mit keinem Wort erwähnt dass du der Kerl bist, über den ich mir den halben Abend lang das Maul zerrissen habe?“

„Kannst du dir das nicht denken, Lucia?“, fragte er anstatt mir eine Antwort auf meine Frage zu geben und öffnete die Flasche, um unsere Gläser zu füllen. Ich trank einen Schluck und sah ihn, erwartungsvoll an.

„Lucia, wenn ich dir gesagt hätte, das ich dieses Arschloch bin, weswegen du die Nacht im Büro verbringen musstest, wärst du ohne dich zu verabschieden aus der Bar verschwunden und ich hätte dich womöglich nie wieder gesehen.“

Erstaunt über seine Ausdrucksweise, stellte ich das Glas in meiner Hand wieder vor mir ab und fing an mich zu räuspern: „Also gut, aus dieser Sicht gesehen hätte ich an deiner Stelle vielleicht auch nicht gleich gesagt wer ich bin.“

Letztendlich legte er seine Hände auf die beiden Speisekarten, die uns bereits gebracht wurden und ergriff meine linke Hand: „ Können wir, diesen Abend also so zu sagen als Neustart sehen?“

Zögernd nickte ich, bevor ich mich der sanften Annäherung wieder entzog und stattdessen die Karte vor mir studierte. Wir entschieden uns beide für einen Salat als Vorspeise und Pasta mit verschiedenen Meeres Früchten als Hauptgang. Wie auch schon am Freitag, verstanden wir uns prächtig und der Abend verging wie im Flug. Noch nie zuvor hatte ich mich bei einem Mann, außerhalb seines Bettes, so wohl gefühlt, ich blühte in seiner Gegenwart förmlich auf und vergaß unsere anfänglichen, Startschwierigkeiten.

Als wir schließlich, einige Stunden später das Lokal verließen bestand Nathan darauf mich nach Hause zu bringen und da dass L´anima nur wenige Straßen von meinem Penthouse entfernt war, beschlossen wir den kurzen Weg zu Fuß zu gehen. Mittlerweile störte mich seine Hand auf meiner Hüfte nicht mehr und ich legte selbst meinen Arm um seine. Bis zu diesem Moment hatte ich, diese Art von Nähe nur bei Jacob meinem Ex Freund, der sich, nach vier Jahren Beziehung als fremdgehendes Arschloch, entpuppte. Seitdem, ließ ich jeden Kerl mit dem ich im Bett landete, eiskalt stehen. Ich war mir sicher das keiner diese unsichtbare Schutzmauer, die ich während der letzten Jahre um mich aufgebaut hatte, jemals durchbrechen könnte und doch schaffte Nathan es mir näher zu sein als je sonst jemand zuvor.

Vor meiner Wohnung angekommen, fühlte ich mich jedoch wie ein Teenager der kurz vor seinem ersten Kuss stand und nicht so recht wusste was er zu tun hatte. Die ansonsten bitterkalte Nachtluft, schien in Flammen auf zu gehen als Nathan mich schließlich an seine Brust heran zog und seine weichen Lippen auf meine presste. Berauscht von dem warmen Gefühl das sich in mir breit machte, nahm ich sein Gesicht in meine Hände und öffnete meine Lippen um mehr von seiner wundervollen Liebkosung zu schmecken.

Es kam mir vor wie eine Ewigkeit, bis wir uns wieder voneinander lösten und gemeinsam in meinem Penthouse landeten. Sobald die Tür mit einem leisen Pochen ins Schloss fiel, zog er mich auch schon wieder an sich. Ohne sich von mir zu lösen, zog er mir den Trenchcoat aus, den ich schon bei unserem ersten aufeinander Treffen trug aus und lies ihn auf den Boden fallen. Ich schlüpfte gerade aus meinen Schuhen, als er mich abrupt gegen die Glaswand drückte, die den Flur von meinem Wohnzimmer trennte. Das leise knurren das seiner Kehle entkam, als er meine Brüste küsste die sich ihm, hinter dem feinen Stoff meiner Bluse entgegen wölbten, lies mich bis tief unter die Haut erschaudern. Nathan zog sanft an den langen Haaren, die ich zu einen Pferdeschwanz gebunden hatte und belegte meinen Hals mit seinen Küssen während er sich daran machte, die restlichen Knöpfe meiner Bluse zu öffnen.

Ohne Vorwarnung hob er mich hoch, schlang meine Beine um seine Hüfte und trug mich zu meinem Sofa wo er mich wieder absetzte und mich sanft auf die Liegefläche drückte. Während ich mich, getrieben von der Lust die mich durchströmte, an dem samtenen Bezug festkrallte, befreite er meine Brüste aus dem schwarzen Bh und begann daran zu saugen. Seine Zähne neckten meine dunklen Knospen und trieben mich im Zusammenspiel mit seiner Zunge die mich immer wieder liebkoste, an den äußersten Rand meines, noch kontrollierbaren Verstandes. Innerhalb von wenigen Sekunden, fiel auch meine Hose mitsamt den aus Spitze verarbeiteten String, den er geschickt entzwei riss, zu Boden und seine Lippen wanderten über meine Brüste hinweg, über meinen Bauch, zwischen meine Beine. Mein Lust erfülltes Stöhnen hallte durch die Dunkelheit als seine Zunge immer wieder über meine empfindlichste Stelle flatterte und mich zum Höhepunkt trieb. Zitternd vor Erregung und getrieben von dem Hunger nach mehr streckte ich Nathan mein Becken entgegen.

Sein Atem beschleunigte sich als er, nachdem er seine Lippen über die Innenseiten meiner angespannten Oberschenkel wandern lies, in mich eindrang. Seine Hände umfassten meine Fußknöchel als er den Kopf in den Nacken warf und mich immer tiefer ausfüllte. Getragen von den Wellen der Ekstase, wölbte ich mich ihm entgegen. Seine Stöße waren hart und doch ließen sie mich wie auf Wolken meinem zweiten Höhenpunkt entgegen fliegen. Ein weiterer, erbarmungsloser Stoß gefolgt von seinem rauen Stöhnen, ließ uns für einen Moment lang ineinander verschmelzen. Ich seufzte zufrieden  als er schließlich, mit Schweißperlen auf der Haut auf mich sank und mir einen Kuss auf die Brust hauchte.

Sein Herzschlag hatte sich bereits wieder verlangsamt als er, die Arme um meinen Bauch geschlungen,  hinter mir saß. Ich schmiegte meinen Körper an seine immer noch heiße Haut und saß, den Kopf an seine linke Schulter gelegt, vor ihm und wir nahmen abwechselnd jeweils ein paar Züge einer Zigarette, während wir die Stille, die uns umhüllte, genossen.

„Ich nehme mal an du hast meine Entschuldigung mittlerweile angenommen?“, sein Lächeln zeichnete sich auf meiner Schulter ab, als er das Schweigen brach  und ich musste schmunzeln.

„Ach, war das denn nun so offensichtlich, Mr.Burcks?“, fragte ich ihn grinsend und stellte den Aschenbecher, mit der bereits fertig gerauchten Zigarette auf dem kleinen Glastisch neben uns ab und legte meinen Kopf an seine Brust. Ein leises Lachen reichte mir als Antwort und wog mich in den Schlaf.

Als ich am nächsten morgen, alleine,  in eine Frotte Decke eingewickelt aufwachte, war ich erst fest davon überzeugt dass Nathan sich genauso wie Tom, letztens, einfach aus dem Staub gemacht hatte. Die Decke um meine Brust gewickelt tappte ich deshalb in mein Badezimmer um mir den Sex der letzten Nacht ab zu waschen. Ich war äußerst überrascht als Nathan, mit einer sehr tief sitzenden Jogginghose bekleidet, vor meinem Waschbecken stand und sich das Gesicht gerade mit einem Handtuch abtrocknete.

„Guten Morgen, Schönheit“, strahlte er mich mit seinem fünfhundert Watt Lächeln an.

„Morgen, ich dachte eigentlich du wärst schon weg“, stammelte ich vor mich hin, während ich die Decke um meine Brust immer fester an mich zog.

„Bin ich auch gleich, ich muss ja im Gegensatz zu dir heute noch zur Arbeit“, er gab mir einen Kuss und ging ins Wohnzimmer zurück wo er seine Klamotten einsammelte. Verwirrt von seinen Worten ging ich ihm hinterher und stellte mich ihm in den Weg.

„Wie meinst du das, im Gegensatz zu mir, musst du heute noch zur Arbeit? Ich muss doch auch gleich los“, ich musste wohl ziemlich dämlich ausgesehen haben da er sofort wieder vor sich hin lächelte.

„Ich hab dir für heute frei gegeben, mach dir einen schönen Tag und denk hin und wieder an mich.“

Noch bevor ich mich bei Nathan bedanken konnte, hatte er seine Klamotten auch schon in der Hand und verschwand zur Tür hinaus. Der Gedanke das er nun halbnackt bis zu seinem Auto laufen wollte brachte mich unwillkürlich zum Lachen und ich beschloss mir keine weiteren Gedanken über die letzte Nacht zu machen und den freien Tag in vollen Zügen zu genießen.

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