Magic Moments – Hirngespinste

Bildquelle: http://www.holmsohn.com/
Bildquelle: http://www.holmsohn.com/

Es war ein Samstag, drei Uhr morgens, als ich wieder einmal rastlos durch meine Wohnung streifte. Seit Wochen ging das nun schon so. Ich konnte weder schlafen noch etwas essen, mein Kopf war voll mit nur einem einzigen Bild. Es war sie, die ich immer zu, vor meinem inneren Auge sah. Sie die ich vor sechs Wochen und drei Tagen, auf dem Gehweg, vor meinem Block gesehen habe und seither nicht mehr vergessen konnte. Der liebliche Duft ihrer pechschwarzen, langen, glatten Haaren wehte mir um die Nasenspitze. Aus ihren Augen blitzte der Schalk hervor, ich konnte sehen, dass sie mich bemerkt hatte, sich genauso angezogen von mir fühlte wie ich mich von ihr. Ich war selbst nie ein Mann großer Gefühle, Liebe war nie mehr als ein simples Wort für mich und Frauen, na ja, mit denen hatte ich eben meinen Spaß. Aber diese einzige Begegnung veränderte einfach alles! – Ein einziger Blick von ihr reichte und ich wollte alles über sie erfahren und doch hatte ich mich nie getraut sie an zu sprechen. Irgendwann, es war ein paar Wochen, vielleicht zwei, später, sah ich wie so oft völlig gedankenverloren aus meinem Wohnzimmer Fenster als mein Blick auf die gegenüberliegende Fensterreihe fiel. Und da war sie. Die langen Haare zu einen hohen Zopf zusammen gebunden, trainierte sie auf ihrem Hometrainer. Schweiß perlte ihr vor der hohen Stirn, ihre perfekt geformte Brust sank im Rhythmus ihrer regelmäßigen, kontrollierten Atmung auf und nieder. Gebannt lugte ich hinter meinen bis zur Hälfte zugezogenen Vorhänge hervor, mein Herzschlag wurde schneller beinahe so als würde ich selbst neben ihr her laufen. Alles um mich herum löste sich in eine Wolke voll Nichts auf. Plötzlich stoppte sie ihre Bewegungen. Ich erschrak, trat einen Schritt zurück, fuhr mir verwirrt mit meiner Handfläche über den Nacken und wünschte der Schönheit gedanklich eine gute Nacht. Meine Träume waren nach diesem Augenblick vorhersehbar. Ich würde sie darin sehen. Seither ertappte ich mich immer wieder selbst dabei, wie ich an der gleichen Stelle stand und einen Blick rüber, zu der anderen Fensterreihe warf. Doch die Vorhänge blieben verschlossen, bis zu diesen einen Samstag. Ich hatte die Hoffnung, sie noch einmal sehen zu dürfen schon verloren. Aus Macht zur Gewohnheit, blieb ich jedoch wieder vor dem Fenster stehen, als mir da ein heller Lichtfleck ins Auge fiel. Die Glasscheibe, schien mir von etwas wie Wasserdampf beschlagen zu sein. Vielleicht war es ihr Badezimmer? Vielleicht aber auch ein anderer Raum ich wusste es nicht. Hinter dem Dunstnebel bewegte sich etwas, ich konnte nur schwach erkennen was es war, doch meine Fantasie sagte mir, dass sie dort saß, nein, sie lag auf etwas. Angestrengt kniff ich meine Augen zu kleinen Spalten zusammen um mir ein besseres Bild schaffen zu können. Ich hatte mich getäuscht, sie nicht im Bad, nein, das was ich sah, war ihr Schlafzimmer und sie rekelte sich auf ihrem Bett. Die langen Beine zierten zwei Halter lose Strümpfe, bis auf einen hauchdünnen, so dachte ich zumindest, Slip, war sie nackt. Ich konnte hören wie mir der Atem stockte. Träumte ich oder war es die Realität die mir diesen wundervollen Anblick darbot? Wahrscheinlich war es von allem ein bisschen was. Gespannt beobachtete ich sie weiter. Ihre Haltung hatte sich verändert, nun kniete sie auf ihren Laken, warf den Kopf in den Nacken, streckte ihre Brüste nach vorne, stöhnte dabei wahrscheinlich noch mit ihrer rauen Stimme auf. – Die Bilder die ich dabei in meinem Kopf hatte erregten mich so sehr, dass ich kurz davor war meine Erektion in die Hand zu nehmen und mich im Stehen, den Blick in ihr Schlafzimmer gerichtet, selbst zu befriedigen. Doch dieses Gefühl war so einzigartig dass ich es mir am liebsten auf Ewigkeiten auf meine Seele hätte brennen lassen wollen. Alles in mir schrie nur so nach dieser Frau. Ich kannte sie nicht, ja wusste noch nicht einmal ihren Namen und doch hatte sie mich voll und ganz in ihren Bann gezogen. Eine Hand auf die Wölbung in meiner Hose gelegt, biss ich mir lustvoll auf die Unterlippe und sah zu wie sich ihre rechte Hand einen Weg zwischen ihre, bestimmt schon feuchten Schenkel bahnten. Mit der anderen streichelte sie über ihre Brüste. In Gedanken malte ich mir aus, wie diese wohl schmecken würden. Waren ihre Knospen so hart und dunkel wie ich sie mir ausmalte?  Ich wusste dass es nicht in Ordnung war sie so schamlos aus zu spionieren doch zum Teufel noch Mal ich konnte nicht anders. Musste sehen wie ihre Finger über ihren süßen Spalt rieben, immer und immer wieder.

Noch nie zuvor hatte ich so was intensives, beinahe schon explosives wie das hier erlebt. Die Luft um mich herum knisterte, ich konnte den aphrodisierenden Duft ihrer Haut förmlich riechen, konnte spüren wie meine Fingerkuppen der Spur von ihren folgten und letztendlich in ihr versanken. Mit einem Mal wurde ihr Rhythmus schneller, sie verspannte sich, ritt auf ihrer Hand, solange bis sie plötzlich, für einen winzigen Moment erstarrte. Einzig und allein ihre Schenkel waren es die ein ekstatisches Zucken durchfuhr. Ihre Lippen formten ein »O«, nur wenige Minuten später, war das verführerische Schauspiel vorbei. Sie stand auf, wickelte sich die Bettdecke um die Taille und verschwand aus meinem Sichtfeld. Atemlos schloss ich meine Vorhänge, holte mir ein Glas Whiskey, ließ mich damit in den alten Ohrensessel fallen den ich so liebe und hing weiter meinen Gedanken nach. Das war das letzte Mal dass ich sie gesehen hatte. Zwei Monate später war sie ausgezogen. Bis heute weiß ich nicht, ob mir an diesem Tag die Fantasie einen Streich gespielt hat oder all das real war. Vermutlich würde ich das auch nie erfahren. Doch das war mir völlig egal. Ob bei Tag oder bei Nacht, sie ist es von der ich bis heute immer noch träume.

Bild: Holmsohn

Text:Saraphina J.C. Rose

Advertisements

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s