Magic Moments – Erwachen

11749645_10207595843358447_1575031738_n

Lautes Kindergeschrei, der übliche Kampf um die Reihenfolge in der Schlange, vor dem beinahe immer besetzten Badezimmer. Daniel, mein Mann, drehte wie jeden Gott verdammten Tag, am Rad weil er Angst hatte zum hundertsten Mal zu spät zur Arbeit zu kommen. Und ich, ja ich musste über alles die Kontrolle behalten und ruhig bleiben.

Endlich! – Zwei Stunden später, es war kurz vor acht Uhr morgens, habe ich die Kinder an der Schule abgesetzt, meine flachen Ballerinas, gegen High Heels eingetauscht und bin war auf dem Weg zur Arbeit.

Neben dem üblichen Alltag als Mutter und Ehefrau, führe ich zusätzlich eine Modelagentur. Mein Büro liegt anders als mein Haus, im Zentrum der Stadt. – Gott sei Dank, blieb mir ein Stau heute erspart. Der Verkehr war flüssig, ich kam zügig voran und erschien pünktlich an meinem Arbeitsplatz.

Der Blick in die verspiegelten Wände des Aufzuges, ließen mich leise aufseufzen. Für meine dreißig Jahre, sah ich schon verdammt alt aus, wie ich fand. Der viele Stress, das triste, langweilige Alltagsleben, hatten mich in den letzten Jahren ermüden lassen. Früher, vor noch über zehn Jahren, war ich lebensfroh. Ich strotzte nur so vor Energie, konnte nicht oft genug mit Daniel schlafen. – Doch mittlerweile war sogar das eingeschlafen. Ich fand ihn immer noch attraktiv und ich liebte ihn auch, keine Frage. Jedoch hat uns der Alltag viel zu schnell eingeholt, alles wurde zur Routine, alles lief jeden Tag gleich ab. – Ich hatte es satt!

Die Aufzugstüren öffneten sich, mein Spiegelbild verabschiedete sich von mir. Gespielt selbstbewusst, sexy, stolzierte ich durch meine Büroräume. Begrüßte die Mitarbeiter und ging durch die verglaste Türe, in mein Büro.

Jede Menge Arbeit, Stress, das war es was ich jetzt brauche.

Mein Job war im Lauf der vergangen Jahre, mein Ausgleich, das Ventil für das Chaos, das zu Hause herrschte geworden.

Über mangelnde Arbeit konnte ich mich nicht beschweren. – Neue Castings standen an, Karteien mussten geprüft werden, etliche Verträge warteten auf meine Unterzeichnung.

Die Zeit rauschte nur so an mir vorüber. Ich hatte viel zu tun, erledigte alles sorgfältig und so war es auch schon Mittag, als ich auf die Uhr an der Wand blickte.

Wie üblich wollte ich gerade in die Cafeteria gehen um mir einen Kaffee zu holen, als plötzlich die Türe aufgingen.

Ich traute meinen Augen nicht! Vor mir stand doch tatsächlich Daniel. Noch nie zuvor hatte er je, auch nur einen Fuß in dieses Gebäude gestellt. „Ist was mit den Kindern? – Ist irgendetwas passiert?“, fragte ich ihn aufgeregt und voller Sorge, da ich mir seinen Besuch nicht anders erklären konnte. Er trat in den Raum, schloss die Türe hinter sich und ging auf mich zu. – Berührte meinen Arm und sah mich so liebevoll, an, wie er es schon lange nicht mehr getan hatte.

Mit den Kindern ist alles in Ordnung“, seine Hände strichen über die Ärmel der transparenten Bluse, die ich trug.

Aber unsere Beziehung ist es, wo wieder mal etwas passieren muss.“

Seine Worte trafen mich wie ein Blitz. – Ihm geht es also nicht anders als mir. Er konnte genauso spüren, dass uns der Alltag eingeholt hatte.

Das ist wahr“,mit einem Mal loderte die alte, schon längst in Vergessenheit geratene Leidenschaft wieder in mir auf. In diesem Moment wünschte ich mir nichts sehnlicher als ihn, meinen Mann. Ich wollte ihn spüren, fühlen, seinen betörenden Duft riechen, ihn schmecken. Es war lange, sehr lange her, seitdem ich mich so sehr nach ihm verzerrte, nahezu nach senen Berührungen lechzte. Mein Plan, die Mittagspause alleine in der Cafeteria zu verbringen, wurde schnell über Bord geworfen.

Ohne ein weiteres Wort zu sagen, presste Daniel seine Lippen auf meine. Sachte drängte er mich zurück an meinen Schreibtisch. Durch mein blindes Vertrauen zu ihm geführt, setzte ich einen Schritt nach dem anderen, immer weiter nach hinten, bis meine Knieneugen schließlich, die Kante des goldenen Sofas berührte. Instinktiv umfassten seine Hände mein Becken. Mit nur einer einzigen Bewegung spreizte er meine Beine. Ich stöhnte. Seine Küsse benetzten meinen Hals. – Lustvoll streckte ich mich seinen Liebkosungen entgegen. Ich wollte alles und noch mehr.

Baby, du schmeckst so gut…mhmm..köstlich“, das Vibrieren seiner Stimme auf meiner Haut, entlockte meiner Kehle einen rau klingenden Ton.

Nimm mich! – Schnell!“, mehr brachte ich in diesem Moment nicht mehr hervor. Ein einziger Blick in meine Augen später, schob er mir den Rock über die Hüften hoch und zog den seidenen String den ich trug, zur Seite. Gierig öffnete ich den Reißverschluss seiner Hose, fuhr mit meiner Rechten in seine Shorts und umfasste seinen steinharten Penis. „Stopp“, hörte ich ihn da plötzlich sagen. Irritiert sah ich zu ihm hoch. „Baby ich habe nicht genügend Zeit. – Fürs erste wirst du von mir verwöhnt werden…, den Hauptgang heben wir uns für heute Abend auf.“

Enttäuscht zog ich meine Hand wieder aus seinen Shorts zurück.

Lege dich zurück!“, befahl er mir und ich folgte ihm.

Sein Blick schweifte über meinen Körper, die Hände strichen, gefolgt von seinen Lippen über meine Beine.

Als er vor mir in die Hocke ging, meine Beine über seine Schultern gelegt, den Kopf in meinen feuchten Schoß gesenkt, vor mir kniete, überkam mich ein angenehmer Schauer. Ich wusste nicht warum, aber ich hatte das Gefühl, dass ich meinen Mann zuvor noch nie so gut wahr genommen hatte wie jetzt. Er war so verdammt sexy, so verrucht und verdorben, wie ich es mir immer von ihm gewünscht hatte. Wenn ich ihn noch weiter beobachtet hätte, wäre ich womöglich alleine schon durch meine wilden Fantasien mit ihm, zum Höhepunkt gekommen. Also lehnte ich mich zurück, schloss die Augen und genoss ihn.

Ich spürte seine Zunge, wie sie in langsamen Bewegungen über meine Perle kreiste. Seine Finger krallten sich in meine Oberschenkel und die Versuchung lauthals zu Stöhnen war so groß, dass ich Mühe hatte mich zu beherrschen. Doch der Gedanke daran, erwischt zu werden machte mich unglaublich an, spornte mich dazu an, mich fallen zu lassen, den Verstand auszuschalten und den Gefühlen den Vorrang zu geben.

Schon nach nur wenigen Minuten wusste ich nicht mehr wo mir der Kopf stand. – Er beherrschte mich, kontrollierte meine Lust, indem er den Druck auf meine, angeschwollene Knospe, mal mehr, mal weniger erhöhte. Der Griff um meine Schenkel wurde fester. Ich war mir sicher, dass er wusste, dass ich nicht mehr weit entfernt von meinem Höhepunkt war. Seine Zungenspitze wurde flinker, die flatternden Bewegungen brachten mich zum fliegen. Ich hob ab. Verlor mich völlig in meiner Lust und Begierde nach ihm. Ein letztes Mal sog er meinen Kitzler zwischen seine Lippen, als ein Elektrizität gleiches Zucken mich durchfuhr. Mein Körper bebte, meine Perle zuckte und ich spürte sein warmes Lächeln auf meiner Vulva.

Du bist wundervoll meine Schöne“, er war wieder aufgetaucht, sein Gesicht war direkt über meinen und er sah mich an.

Mit einem Mal wusste ich, dass aus der kleinen Glut in uns, nun endlich wieder ein Feuer entfacht wurde.

Text: Saraphina J.C. Rose

Bild: holmsohn

Magic Moments – Hirngespinste

Bildquelle: http://www.holmsohn.com/
Bildquelle: http://www.holmsohn.com/

Es war ein Samstag, drei Uhr morgens, als ich wieder einmal rastlos durch meine Wohnung streifte. Seit Wochen ging das nun schon so. Ich konnte weder schlafen noch etwas essen, mein Kopf war voll mit nur einem einzigen Bild. Es war sie, die ich immer zu, vor meinem inneren Auge sah. Sie die ich vor sechs Wochen und drei Tagen, auf dem Gehweg, vor meinem Block gesehen habe und seither nicht mehr vergessen konnte. Der liebliche Duft ihrer pechschwarzen, langen, glatten Haaren wehte mir um die Nasenspitze. Aus ihren Augen blitzte der Schalk hervor, ich konnte sehen, dass sie mich bemerkt hatte, sich genauso angezogen von mir fühlte wie ich mich von ihr. Ich war selbst nie ein Mann großer Gefühle, Liebe war nie mehr als ein simples Wort für mich und Frauen, na ja, mit denen hatte ich eben meinen Spaß. Aber diese einzige Begegnung veränderte einfach alles! – Ein einziger Blick von ihr reichte und ich wollte alles über sie erfahren und doch hatte ich mich nie getraut sie an zu sprechen. Irgendwann, es war ein paar Wochen, vielleicht zwei, später, sah ich wie so oft völlig gedankenverloren aus meinem Wohnzimmer Fenster als mein Blick auf die gegenüberliegende Fensterreihe fiel. Und da war sie. Die langen Haare zu einen hohen Zopf zusammen gebunden, trainierte sie auf ihrem Hometrainer. Schweiß perlte ihr vor der hohen Stirn, ihre perfekt geformte Brust sank im Rhythmus ihrer regelmäßigen, kontrollierten Atmung auf und nieder. Gebannt lugte ich hinter meinen bis zur Hälfte zugezogenen Vorhänge hervor, mein Herzschlag wurde schneller beinahe so als würde ich selbst neben ihr her laufen. Alles um mich herum löste sich in eine Wolke voll Nichts auf. Plötzlich stoppte sie ihre Bewegungen. Ich erschrak, trat einen Schritt zurück, fuhr mir verwirrt mit meiner Handfläche über den Nacken und wünschte der Schönheit gedanklich eine gute Nacht. Meine Träume waren nach diesem Augenblick vorhersehbar. Ich würde sie darin sehen. Seither ertappte ich mich immer wieder selbst dabei, wie ich an der gleichen Stelle stand und einen Blick rüber, zu der anderen Fensterreihe warf. Doch die Vorhänge blieben verschlossen, bis zu diesen einen Samstag. Ich hatte die Hoffnung, sie noch einmal sehen zu dürfen schon verloren. Aus Macht zur Gewohnheit, blieb ich jedoch wieder vor dem Fenster stehen, als mir da ein heller Lichtfleck ins Auge fiel. Die Glasscheibe, schien mir von etwas wie Wasserdampf beschlagen zu sein. Vielleicht war es ihr Badezimmer? Vielleicht aber auch ein anderer Raum ich wusste es nicht. Hinter dem Dunstnebel bewegte sich etwas, ich konnte nur schwach erkennen was es war, doch meine Fantasie sagte mir, dass sie dort saß, nein, sie lag auf etwas. Angestrengt kniff ich meine Augen zu kleinen Spalten zusammen um mir ein besseres Bild schaffen zu können. Ich hatte mich getäuscht, sie nicht im Bad, nein, das was ich sah, war ihr Schlafzimmer und sie rekelte sich auf ihrem Bett. Die langen Beine zierten zwei Halter lose Strümpfe, bis auf einen hauchdünnen, so dachte ich zumindest, Slip, war sie nackt. Ich konnte hören wie mir der Atem stockte. Träumte ich oder war es die Realität die mir diesen wundervollen Anblick darbot? Wahrscheinlich war es von allem ein bisschen was. Gespannt beobachtete ich sie weiter. Ihre Haltung hatte sich verändert, nun kniete sie auf ihren Laken, warf den Kopf in den Nacken, streckte ihre Brüste nach vorne, stöhnte dabei wahrscheinlich noch mit ihrer rauen Stimme auf. – Die Bilder die ich dabei in meinem Kopf hatte erregten mich so sehr, dass ich kurz davor war meine Erektion in die Hand zu nehmen und mich im Stehen, den Blick in ihr Schlafzimmer gerichtet, selbst zu befriedigen. Doch dieses Gefühl war so einzigartig dass ich es mir am liebsten auf Ewigkeiten auf meine Seele hätte brennen lassen wollen. Alles in mir schrie nur so nach dieser Frau. Ich kannte sie nicht, ja wusste noch nicht einmal ihren Namen und doch hatte sie mich voll und ganz in ihren Bann gezogen. Eine Hand auf die Wölbung in meiner Hose gelegt, biss ich mir lustvoll auf die Unterlippe und sah zu wie sich ihre rechte Hand einen Weg zwischen ihre, bestimmt schon feuchten Schenkel bahnten. Mit der anderen streichelte sie über ihre Brüste. In Gedanken malte ich mir aus, wie diese wohl schmecken würden. Waren ihre Knospen so hart und dunkel wie ich sie mir ausmalte?  Ich wusste dass es nicht in Ordnung war sie so schamlos aus zu spionieren doch zum Teufel noch Mal ich konnte nicht anders. Musste sehen wie ihre Finger über ihren süßen Spalt rieben, immer und immer wieder.

Noch nie zuvor hatte ich so was intensives, beinahe schon explosives wie das hier erlebt. Die Luft um mich herum knisterte, ich konnte den aphrodisierenden Duft ihrer Haut förmlich riechen, konnte spüren wie meine Fingerkuppen der Spur von ihren folgten und letztendlich in ihr versanken. Mit einem Mal wurde ihr Rhythmus schneller, sie verspannte sich, ritt auf ihrer Hand, solange bis sie plötzlich, für einen winzigen Moment erstarrte. Einzig und allein ihre Schenkel waren es die ein ekstatisches Zucken durchfuhr. Ihre Lippen formten ein »O«, nur wenige Minuten später, war das verführerische Schauspiel vorbei. Sie stand auf, wickelte sich die Bettdecke um die Taille und verschwand aus meinem Sichtfeld. Atemlos schloss ich meine Vorhänge, holte mir ein Glas Whiskey, ließ mich damit in den alten Ohrensessel fallen den ich so liebe und hing weiter meinen Gedanken nach. Das war das letzte Mal dass ich sie gesehen hatte. Zwei Monate später war sie ausgezogen. Bis heute weiß ich nicht, ob mir an diesem Tag die Fantasie einen Streich gespielt hat oder all das real war. Vermutlich würde ich das auch nie erfahren. Doch das war mir völlig egal. Ob bei Tag oder bei Nacht, sie ist es von der ich bis heute immer noch träume.

Bild: Holmsohn

Text:Saraphina J.C. Rose